Forderung nach Öko-Regelungen für Weidehaltung und Grünland

Ein klares Bekenntnis der in der nächsten Woche tagenden Agrarministerkonferenz (AMK) zur Einführung zusätzlicher Öko-Regelungen für Weidehaltung und Grünland fordern norddeutsche Landesverbände und -organisationen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) sowie von Land schafft Verbindung (LsV). Die Verbände verweisen auf die nach ihrer Auffassung bislang völlig unzureichenden Angebote für Grünlandbetriebe in den Gesetzentwürfen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Vorgeschlagen wird, ab Beginn der neuen Förderperiode eine Öko-Regelung für die Beweidung von Grünland durch Milchkühe und Jungvieh einzuführen. Dabei solle unter anderem ein Weidegang an mindestens 120 Tagen für jeweils mehr als sechs Stunden als Kriterium gelten. Für die Folgejahre sollten den Verbänden zufolge Ökoregelungen zur Honorierung der Bewirtschaftung von Grünland eingeführt werden. In die Diskussion gebracht werden ein Vorschlag für eine biodiversitätsfördernde Aufwertung der Grünlandnarbe mit einer An- oder Nachsaat von Kräutermischungen sowie eine biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung von Mähflächen mit alternierendem Mähen auf mindestens 10 % der Fläche.

Für BDM-Vertreter Heiko Strüven sind insbesondere Milchviehhalter mit Weidehaltung nach jetzigem Stand die Verlierer der Agrarreform. "Wenn die Politik es mit Klimaschutz, Artenvielfalt und Tierwohl ernst meint, muss nachgebessert werden", mahnte Strüven. Jann Harro Petersen von LsV Schleswig-Holstein betonte die ökologischen Vorteile der Grünlandwirtschaft und Weidehaltung. Insbesondere Dauergrünland sei ein bedeutsamer Kohlenstoffspeicher und damit direkter Klimaschützer. Dem Vorsitzenden der AbL Niedersachsen, Ottmar Ilchmann, zufolge könnten Weideprämie und zusätzliche Angebote für Grünlandbetriebe auch dazu beitragen, "das ungebremste Höfesterben einzudämmen". AgE


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