Weltmarktpreise legen weiter zu

Die Weltmarktpreise für Zucker haben ihren Ende April 2020 gestarteten Aufwärtstrend in den vergangenen Wochen fortgesetzt. An der New Yorker Börse wurden heute Morgen gegen 10.00 Uhr hiesiger Zeit für Rohzucker-Future mit Fälligkeit im März 2022 in der Spitze 18,99 cts/lb (355,19 Euro/t) bezahlt; das war der höchste Kurs seit März 2017. Bis heute Mittag gegen 12.40 Uhr gab der Kontrakt zwar auf 18,87 cts/lb (352,94 Euro/t) nach; das entsprach aber gegenüber dem im April 2020 markierten 13-Jahrestief immer noch einem Aufschlag von 83,4 %.
Auch für den Weißzucker an der Agrarterminbörse in London ging es weiter aufwärts. Dort rangierte der betreffende Kontrakt zur Lieferung im März 2022 heute Mittag mit 484,7 $/t (411,21 Euro) knapp unter seinem bisherigen Laufzeithoch, das Anfang Juli bei 487,3 $/t (413,42 Euro) markiert wurde.

Analysten begründeten die sehr feste Entwicklung der Zuckerkurse zuletzt unter anderem mit erneutem Frost in wichtigen brasilianischen Zuckerrohranbaugebieten. Dem brasilianischen Zuckerverband (Unica) zufolge dürfte dies mit Blick auf die nächsten Ernte 2022/23 auf die Erträge drücken. Bereits Ende Juni hatte extreme Kälte das Wachstum der Kulturen vielerorts beeinträchtigt. Der Agrarkonzern Wilmar International warnte, dass sich die Pflanzen von diesen Belastungen nicht mehr erholen könnten. Brasilien ist der größte Zuckerproduzent und -exporteur der Welt.

Derweil erwartet der indische Verband der Zuckererzeuger (ISMA) für 2021/22 eine Produktion von 31 Mio t des Süßstoffs im eigenen Land; damit würde das Vorjahresergebnis um 100 000 t übertroffen. Indien belegt auf der Weltrangliste der Zuckererzeuger den zweiten Platz und ist der drittgrößte Exporteur nach Brasilien und Thailand.

Unterdessen rechnet die International Sugar Organization (ISO) für das Wirtschaftsjahr 2020/21, das noch bis Ende September dauert, mit einem globalen Zuckeraufkommen von 169,2 Mio t; das wären 0,2 % weniger als im Vorjahr. Den weltweiten Verbrauch beziffern die Fachleute für die laufende Saison auf voraussichtlich 172,3 Mio t Zucker. Wenn sie Recht behalten, dann würde sich der Produktionsüberschuss aus dem Vorjahr von 900 000 t in ein Defizit umkehren. AgE


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