Matif-Weizenkurse reagieren auf Starkregen

An der Pariser Terminbörse hat der Weizenfuture mit Fälligkeit im Dezember 2021 in den vergangenen Tagen die psychologisch wichtige Linie von 200 Euro erneut nach oben durchbrochen und darüber hinaus noch einmal deutlich zugelegt. Heute Mittag wurde der betreffende Kontrakt für 214,25 Euro/t gehandelt; das waren 14,75 Euro/t oder 7,4 % mehr als der Abrechnungskurs vom vergangenen Freitag.
Analysten begründeten die feste Entwicklung am Weizenmarkt zuletzt vor allem mit heftigem Regen in Deutschland, Frankreich und England. In der Folge könne die Qualität der Ware leiden. In Deutschland sei allerdings eher die Wintergerste gefährdet, weil die Mähdrescher hier schon in den Startlöchern stünden. Außerdem beginne die Weizenernte in Deutschland später als in Frankreich, hieß es.

Allerdings passte das französische Analystenhaus Stratégie grains seine Prognose für die EU-Weichweizenernte um 2,9 Mio t auf 133 Mio t nach oben an. Außerdem erwarten die Fachleute für 2021/22 eine große Nachfrage nach EU-Weizen in Drittländern, und zwar vor allem aus China und der Türkei.

Für zusätzlichen Rückenwind bei den Matif-Weizenkursen sorgten die positiven Vorgaben der Terminbörse in Chicago. Dort kostete der Weizenfuture mit Fälligkeit im Dezember heute Mittag gegen 12.15 Uhr hiesiger Zeit 6,90 $/bu (214 Euro/t); das waren 10,6 % mehr als der Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Analysten nannten als Grund für die feste Entwicklung unter anderem die voraussichtlichen Ertragseinbußen beim Sommerweizen durch Trockenheit und Hitze in Nordamerika und Kasachstan. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hatte seine entsprechenden Ernteprognosen schon zum Wochenbeginn vor allem für das eigene Land nach unten korrigiert. AgE


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