Insgesamt 178 Millionen Kubikmeter Schadholz in drei Jahren

Die heimische Holz- und Forstwirtschaft steht infolge einer ungünstigen Witterung und eines zunehmenden Schädlingsaufkommens in den zurückliegenden Jahren vor immensen Herausforderungen. Das hat die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion jetzt mit Zahlen belegt. Der jüngsten Länderabfrage zufolge seien in den Jahren 2018 bis 2020 deutschlandweit geschätzt insgesamt 178 Mio m3 Schadholz angefallen. Die wiederzubewaldende Fläche umfasse 285 000 ha.
Die Kalamitäten seit Herbst 2017 hätten bei Nadelstamm- und Industrieholz einen deutlichen Rückgang der Holzpreise zur Folge gehabt, berichtet die Bundesregierung. Die Märkte seien seither zu weiten Teilen von einem kaum noch absetzbaren Überangebot geprägt. Zu einer weitere Belastung der Absatzmärkte hätten die Corona-bedingten vorübergehenden Einschränkungen der Liefer- und Logistikketten geführt.

Aktuell würden Schadhölzer nur noch in begrenztem Umfang gehandelt, da die Qualitäten weitgehend unverkäuflich seien und damit auch keinen Preis hätten, erläutert die Bundesregierung. Durch die Schäden im Wald und die Verwerfungen auf dem Holzmarkt seien die Forstbetriebe stark wirtschaftlich betroffen. Derzeit sei eine Studie des Thünen-Instituts (TI) in Arbeit, die einen Überblick über die wirtschaftlichen Schäden der Betriebe geben solle.

Die Bundesregierung betont ihre Unterstützung für die Waldbesitzer und erinnert dabei an das Maßnahmenpaket für die Jahre 2020 bis 2023, in dessen Rahmen zusammen mit der Kofinanzierung der Bundesländer insgesamt etwa 800 Mio Euro für die Schadensbewältigung und die Wiederaufforstung bereitgestellt würden. Hinzu kämen die Hilfen von 700 Mio Euro, die bis 2021 im Rahmen des Konjunkturpakets unter anderem für den Erhalt der Wälder vorgesehen seien. AgE


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