Dorfmann fordert Debatte über Farm-to-Fork-Strategie

Mit Blick auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat der agrarpolitische Sprecher der Europäischen Volkspartei (EVP), Herbert Dorfmann, eine inhaltliche Debatte über die Farm-to-Fork-Strategie angemahnt. "Wir müssen uns klar darüber werden, wie wir die Vorhaben in die Tat umsetzen wollen", erklärt der Abgeordnete der Südtiroler Volkspartei (SVP) im Interview mit AGRA-EUROPE.
Er stellt zugleich klar, dass es sich bei der Strategie um eine Vorhabenbeschreibung der Europäischen Kommission handele. Es handle sich nicht um eine rechtsverbindliche Grundlage, sondern um ein "Wunschprogramm". Das werfe die Frage auf, wie die Brüsseler Behörde die individuellen Strategiepläne der Mitgliedstaaten anhand einer eigenen Liste bewerten wolle - da gebe es ein rechtliches Problem.

Dessen ungeachtet sieht Dorfmann in der Strategie auch positive Ansätze. Pflanzenschutzmittel und Dünger einzusparen, sei sinnvoll. Die Frage sei aber, wie man diese Ziele erreichen könne; in dieser Hinsicht sei die Strategie zu oberflächlich. Möglichkeiten zur Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln bestehen Dorfmann zufolge in einer stärkeren Förderung der Präzisionslandwirtschaft und in einer Ausweitung von Forschung und Entwicklung.

Keine großen Fortschritte erwartet der EVP-Agrarsprecher bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) - der deutschen Ratspräsidentschaft werde "die Zeit davonrennen". Trotzdem müssten erste Pflöcke eingeschlagen werden, etwa eine gemeinsame Position der Mitgliedstaaten.

Auch Dorfmann befürwortet ein Mindestbudget für Umweltleistungen, das sich nach seiner Ansicht auf beide Säulen beziehen sollte. Die vergangenen 25 Jahre hätten gezeigt, dass die Ökoprogramme der Zweiten Säule bei effektiver Nutzung auch funktioniert hätten. Die Landwirte hätten bewiesen, dass sie bereit seien, entsprechende Möglichkeiten aufzugreifen; diese müssten jedoch nachvollziehbar und vernünftig sein. In den Eco-Schemes sieht der SVP-Politiker eine gute Möglichkeit, den Steuerzahlern und den Konsumenten eine Gegenleistung für die Agrargelder sichtbar zu machen. AgE


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