Chinas Agrarhandelsdefizit wird größer

Die chinesischen Importeure von Erzeugnissen der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben im ersten Halbjahr 2020 spürbar mehr Geld für den internationalen Wareneinkauf ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Laut Zollstatistik wurden Agrargüter im Wert von 80,8 Mrd $ beziehungsweise 68,6 Mrd Euro eingeführt; das waren 8,1 Mrd Euro oder 13 % mehr als in der ersten Jahreshälfte 2019. Weil gleichzeitig die Exporterlöse um fast 4 % auf umgerechnet 29,9 Mrd Euro zurückgingen, nahm das Agrarhandelsdefizit um 9,2 Mrd Euro oder 31 % auf 38,7 Mrd Euro zu.
Wertmäßig wichtigstes Importgut blieben Sojabohnen. Die Ausgaben für die verstärkt aus den USA bezogene Proteinfrucht legten im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um gut 12 % auf rund 15 Mrd Euro zu; die Einfuhrmenge stieg dabei um 18 % auf 45 Mio t. Der wieder wachsendende Schweinebestand dürfte der Hauptgrund für den höheren Sojabedarf Chinas gewesen sein. Auf Rang zwei der wichtigsten Einfuhrgüter rangierte Fleisch. Die Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) haben den Import von Januar bis Juni 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 73 % auf 4,75 Mio t nach oben schnellen lassen; die dafür fällige Einfuhrrechnung entsprach mit 13,3 Mrd Euro dem Doppelten des Vorjahresniveaus.

Besonders interessiert zeigten sich die chinesischen Importeure an Schweinefleisch. Die entsprechende Bezugsmenge nahm im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2019 um 150 % auf 2,1 Mio t zu; hinzu kamen noch rund 700 000 t Schlachtnebenerzeugnisse. Zudem legten die Rindfleischeinfuhren um 43 % auf rund 1 Mio t zu. Viel geringer fiel die Wachstumsrate bei Milchprodukten mit 4 % auf 1,63 Mio t aus, wobei die Importausgaben hier um 6 % auf 5,4 Mrd Euro stiegen. Beim wichtigsten Milcherzeugnis, dem Milchpulver, war sogar ein leichter Rückgang der Einfuhrmenge um 2 % auf 740 000 t festzustellen. Neben vermehrten Getreideeinfuhren bezog die Volksrepublik im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2019 auch mehr Aquaerzeugnisse, Zucker und Speiseöle am Weltmarkt, während die Einkäufe von Bier und Wein um rund 20 % beziehungsweise 30 % eingeschränkt wurden. AgE


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