Nachhaltigkeit darf kein Wettbewerbsnachteil sein

Die Auflagen für mehr Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft dürfen weder die Nahrungsmittelsicherheit noch die wirtschaftliche Zukunft der Bauernfamilien in Europa gefährden. Darin stimmen der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner überein, wie das Agrarressort am Samstag in Berlin mitteilte. In einem Telefonat hätten sich der Kommissionsvizepräsident und die Bundesministerin über die Unterstützung für eine nachhaltigere Landwirtschaft und den Umgang mit Nahrungsmittelimporten ausgetauscht, die nicht den EU-Standards entsprächen. Einig seien sich beide darin, dass es deshalb für neue Anforderungen finanzieller Unterstützung bedürfe, damit die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Landwirte auf einem offenen Markt erhalten bleibe.

Timmermanns und Klöckner betonten laut Ministerium, es dürfe nicht dazu kommen, dass importierte Waren nur deshalb Vorteile hätten, weil nicht vergleichbare, anspruchsvolle Standards eingehalten und die Verbraucher nicht transparent informiert würden. Ackerfläche, die hektarweise aufgrund von Waldrodungen auf anderen Kontinenten entstünden, auf der dann eine Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln überhaupt keine Rolle spielte, seien oft die Grundlage für eine günstigere Nahrungsmittelproduktion.

Verbraucher müssten besser informiert werden, unter welchen Bedingungen die oft günstigeren Lebensmittel entstanden seien, so die beiden Politiker. Diesem Wettbewerbsnachteil zulasten der Umwelt und der europäischen Bauern müsse man entgegensteuern.

In der kommenden Woche wird Klöckner im Landwirtschaftsausschuss und im Umweltausschuss des Europaparlaments ihr Programm in der deutschen Ratspräsidentschaft vorstellen. Der erste Agrar- und Fischereirat unter Leitung der Bundeslandwirtschaftsministerin tagt am 20. Juli in Brüssel und wird erstmals wieder als Präsenzveranstaltung für die Ressortchefs angeboten. AgE


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