Stimmung der Bauern bleibt gedämpft

Ungeachtet einer leichten Erholung ist die Stimmung in der Landwirtschaft auch im Juni sehr gedämpft geblieben. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbarometer Agrar für hervor, dessen Ergebnisse der Deutsche Bauernverband (DBV) in Berlin vorgelegt hat. Das Stimmungsbarometer wird im Auftrag des DBV, des Bundesverbandes Lohnunternehmen (BLU), des Fachverbandes Landtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank vierteljährig vom Marktforschungsinstitut Produkt + Markt erhoben.

Laut Bauernverband lag der Index des Konjunkturbarometers im Juni mit 15,8 Punkten zwar um 3 Punkte über dem Wert von März 2020. Im längerfristigen Vergleich fällt der Indexwert jedoch weiterhin relativ niedrig aus. Im Juni 2019 hatte die Umfrage noch einen Wert von 20,4 Punkten ergeben. Ursachen für die gedrückte Stimmung sind nach Darstellung des DBV die ungünstigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen der Corona-Krise.

Wie aus der Befragung hervorgeht, fühlt sich zwar nur jeder zehnte Landwirt von der Corona-Krise in seinem Wirken eingeschränkt. Ein Drittel der Landwirte, darunter besonders viele Milcherzeuger, verzeichnet als Folge der Krise jedoch Umsatzeinbußen. Von den Umfrageteilnehmern gaben ferner 13 % an, wegen der Corona-Krise einen zusätzlichen Liquiditätsbedarf zu haben. Die von den Landwirten für die kommenden sechs Monate angekündigten Investitionsplanungen sind entsprechend auch in der Juni-Umfrage niedrig: Nur 26 % der repräsentativ Befragten wollen in dieser Zeit investieren; insgesamt 22 % gaben dagegen an, ihre geplanten Investitionen auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen liegt laut den Umfrageergebnissen mit 3,9 Mrd Euro um 0,2 Mrd Euro unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Rückläufig sind vor allem Investitionen in Wertschöpfung schaffende und in Tierwohl fördernde Ställe einschließlich Hof- und Stalltechnik. Die beabsichtigten Investitionsvolumina in Maschinen und Geräte steigen dagegen etwas an.

Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die aktuelle wirtschaftliche Situation im Durchschnitt der Betriebe von den Umfrageteilnehmern mit 3,03 etwas weniger ungünstiger beurteilt als die zukünftigen Aussichten mit einem Wert von 3,21. Während die Einschätzung der jüngsten wirtschaftlichen Situation in den Veredlungsbetrieben gegenüber März deutlich schlechter ausfiel, blieb die Stimmungslage in den Acker- und Futterbaubetrieben eher gedrückt und damit nahezu unverändert. Die Zukunftserwartungen sind indes in allen Betriebsformen wenig optimistisch, auch wenn Acker- und Futterbaubetriebe sich zuletzt wieder etwas zuversichtlicher zeigten. AgE


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