Weizenfutures in Chicago und Paris im Aufwind

Die Weizenkontrakte an den internationalen Terminbörsen haben in den vergangenen Tagen spürbar zugelegt. In Chicago wurde der betreffende Future mit Fälligkeit im Dezember 2020 heute Vormittag gegen 11.15 Uhr hiesiger Zeit für 5,27 $/t (171 Euro/t) gehandelt; das waren 5 % mehr als der Eröffnungskurs vom Montag. Gleichzeitig legte der Dezemberkontrakt auf Weizen in Paris um 3,75 Euro/t oder 2 % auf 188 Euro/t zu.

Analysten begründeten die zuletzt feste Entwicklung unter anderem mit den global unsicher gewordenen Ernteaussichten für Weizen.

In Argentinien korrigierte die Getreidebörse in Rosario ihre Prognose für das heimische Weizenaufkommen 2020/21 wegen Trockenheit von zuvor 21 Mio t bis 22 Mio t auf 18 Mio t bis 19 Mio t. Derweil sieht der Statistische Dienst beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) die französische Weichweizenerzeugung 2020 im Rahmen einer ersten Voraussage bei nur 31,3 Mio t; das wären 20,8 % weniger als im Vorjahr. Der Fünfjahresdurchschnitt würde demnach um 11,3 % verfehlt. Begründet wurde die pessimistische Prognose mit der Einschränkung des Anbaus und voraussichtlich rückläufigen Erträgen.

Für Unterstützung bei den Weizenkursen sorgten auch die pessimistischeren Produktionserwartungen in Russland. Das Forschungsinstitut für Agrarmarktkonjunktur (IKAR) sieht die diesjährige Weizenerzeugung angesichts der recht niedrigen Erträge in den Frühdruschgebieten bei nur 78 Mio t; zuvor waren noch 1,5 Mio t mehr erwartet worden. Das Landwirtschaftsministerium in Moskau erwartet sogar lediglich 75 Mio t Weizen, womit das Vorjahresergebnis nur noch um 500 000 t übertroffen würde. Die russischen Weizenexporte in der Vermarktungssaison 2020/21 veranschlagt das Agrarressort auf voraussichtlich 35 Mio t; das wären 6 % weniger als im Vorjahr.

Derweil plant Russlands Landwirtschaftsminister Dmitrij Patruschew eine Weizenexportquote für die zweite Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres, um angesichts der weltweit sehr guten Nachfrage einer Verknappung am Inlandsmarkt vorzubeugen. Die Quotenparameter könnten nach der Ernte im Oktober festgelegt werden, erklärte der Ressortchef gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. Zuletzt hatte Russland eine Obergrenze für seine Getreideausfuhren von April bis Juni 2020 eingeführt, und zwar von 7 Mio t. AgE


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