Preissprung für Vollmilchpulver an der GDT

Am internationalen Markt für Milcherzeugnisse hat sich die Aufwärtstendenz der Preise deutlich verstärkt. Bei der gestrigen Auktion auf der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) legte der gewichtete Index aller sieben gehandelten Milchprodukte gegenüber der Auktion von Mitte Juni um 8,3 % zu; das war der stärkste Anstieg seit November 2016 und gleichzeitig die vierte Handelsrunde mit Zuwächsen in Folge. Getragen wurde die feste Preistendenz durch das vergleichsweise geringe Angebot; die Handelsmenge fiel mit 25 688 t unterdurchschnittlich aus.

Größter Gewinner bei der jüngsten Versteigerung war das umsatzstärkste Produkt Vollmilchpulver, dessen Preis im Schnitt aller Qualitäten und Liefertermine um 14,0 % auf 3 208 $/t (2 833 Euro/t) in die Höhe schoss. Damit wurde wieder der Stand von Ende Januar erreicht; die zwischenzeitlichen Corona-Verluste wurden wettgemacht. Besonders stark war die Nachfrage für kurzfristige Lieferungen im August; der Preis dieses Kontraktes legte im Vergleich zur vorherigen Auktion um 24,5 % auf 3 505 $/t (3 094 Euro) zu.

Analysten zufolge gab es in jüngster Zeit eine gute Nachfrage für Vollmilchpulver, dessen Verfügbarkeit zu dieser Jahreszeit in Neuseeland bei geringen Milchanlieferungen begrenzt sei. Wahrscheinlich hätten Käufer versucht, bei niedrigen Preisen einzusteigen, um sich Ware zu sichern.

Magermilchpulver verbuchte im Schnitt aller Fälligkeiten gegenüber der Versteigerung vor drei Wochen einen mittleren Preiszuwachs von 3,5 % auf 2 694 $/t (2 379 Euro). Nach oben ging es auch mit den Kontraktpreisen für Butter, und zwar um 3,0 % auf 3 717 $/t (3 282 Euro). Bei Cheddarkäse legten die Erlöse je verkaufter Tonne um 3,3 % auf 3 762 $/t (2 893 Euro) zu. Bei diesen drei Produkten sind die in den vergangenen Monaten erfolgten Preisabschläge aber bei weitem noch nicht wieder aufgeholt. Marktexperten sehen jedoch gute Chancen für eine weitere Erholung, denn die Nachfrage nehme nach dem Corona-Schock und der Lockerung von Hygieneregeln in wichtigen Schlüsselmärkten Asiens wieder zu. AgE


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