Tönnies muss Schlachtbetrieb wegen Corona einstellen

Der Fleischkonzern Tönnies hat heute seine Schlachtungen am Standort in Rheda-Wiedenbrück einstellen müssen. Grund ist eine drastische Erhöhung der Zahl von mit dem Coronavirus infizierten Mitarbeitern. Dem Landkreis Gütersloh zufolge wurden nach vorherigen Corona-Fällen gestern in Reihentests gut 1 000 Mitarbeiter auf dem Werksgelände getestet. Von den ersten vorliegenden Untersuchungsergebnissen sind 415 positiv gewesen; einige hunderte Testergebnisse stehen noch aus.

Bei einer Pressekonferenz mit dem Fleischhersteller am heutigen Mittwoch sagte Landrat Sven-Georg Adenauer, dass er „die Schließung des Betriebs angeordnet" habe. Dies könne zwei Wochen, aber auch kürzer dauern. Auch Schulen und Kitas im Kreis müssten geschlossen werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der Hotspot liege bei Tönnies in der Zerlegung. Es müsse nun darum gehen, einen kompletten Lockdown für den Kreis zu verhindern, erklärte Adenauer. Alle betroffenen Mitarbeiter und die direkten Kontaktpersonen gingen jetzt in Quarantäne.

Tönnies zufolge werden außer der Schlachtung weitere Bereiche nach und nach heruntergefahren. Unternehmenssprecher Dr. André Vielstädte erklärte, dass "die Gesundheit der Mitarbeiter nun oberste Priorität" habe. Es sei intensiv daran gearbeitet worden, das Virus aus dem Unternehmen herauszuhalten. Bei den Betroffenen entschuldigte er sich im Namen des Unternehmens. Dem Leiter des Tönnies-Pandemie-Krisenstabs, Gereon Schulze Althoff, zufolge, kann der Ausbruch viele Gründe haben. Diese würden nun gemeinsam mit dem Kreis Gütersloh geprüft. In den ersten Monaten der Pandemie habe es bei Tönnies bei mehr als 13 000 Tests in der gesamten Unternehmensgruppe lediglich 128 positive Corona-Fälle gegeben. An den anderen Standorten der Tönnies-Gruppe gebe aktuell keine Auffälligkeiten, so dass die Produktion dort gemäß den gültigen Hygieneregelungen weiterlaufe. AgE


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