Weiterhin keine Hinweise auf Empfänglichkeit bei Nutztieren

Es gibt nach wie vor keine Hinweise, dass sich landwirtschaftliche Nutztiere mit dem SARS-CoV-2-Virus infizieren können. Das hat der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Prof. Thomas Mettenleiter, heute in der Bundespressekonferenz bekräftigt. Seinen Angaben zufolge sind die Forschungsergebnisse des FLI, dass Schweine und Hühner überhaupt nicht empfänglich sind, mittlerweile international von anderen Forschergruppen bestätigt worden.

Der Wissenschaftler wies darauf hin, dass auch keine Anhaltspunkte für eine Infizierbarkeit von Wiederkäuern vorlägen. Gleichwohl werde das FLI in den kommenden Wochen Versuche mit Rindern durchführen, um auch hier zu gesicherten Aussagen zu kommen. Mettenleiter sprach von einer "Lücke, die wir schließen wollen". Erste Aussagen dazu werde man voraussichtlich in vier bis sechs Wochen treffen können.

Nicht überrascht zeigte sich der FLI-Präsident von SARS-CoV-2-Infektionen bei Nerzen, wie sie unter anderem in den niederländen Pelztierfarmen festgestellt worden seien. Das Institut hatte in seinen Untersuchungen eine Empfänglichkeit der eng verwandten Frettchen festgestellt. Kein Infektionsrisiko besteht Mettenleiter zufolge hingegen bei Ratten und Mäusen.

Unterdessen kündigte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine Meldepflicht für Haustiere an. Eine entsprechende Verordnung hat die Bundesregierung auf den Weg gebracht. Der Bundesrat soll darüber bereits im 3. Juli entscheiden.

Ziel der neuen Meldepflicht ist dem Agrarressort zufolge, Antworten auf weitergehende und noch ungeklärte Fragen über Vorkommen und Ausbreitung von Corona-Infektionen bei Haustieren zu liefern. Zudem soll sie einen Überblick über das Infektionsgeschehen bei Tieren in Deutschland vermitteln und damit zu neuen epidemiologischen Erkenntnissen beitragen. Mit der Neuregelung sollen ferner Risiken in Bezug auf die Gesundheit von Tier und Mensch frühzeitiger erkannt werden können, auch um dadurch geeignete Bekämpfungsmaßnahmen anzuwenden. Schließlich will man die Voraussetzung dafür schaffen, die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die EU-Kommission über bestätigte Fälle von Corona-Infektionen bei gehaltenen Tieren in Deutschland zu informieren. Weltweit gibt es bislang lediglich 15 gemeldete Infektionen bei gehaltenen Haustieren. AgE


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