Europäische Union: Produktion und Preise im Jahr

Die Rindfleischproduktion in der Europäischen Union ist ab 2015 bis 2018 beachtlich gewachsen. Im Jahr 2018 sorgte die Rekorddürre für Missernten und damit verbunden ist oft eine bedrohliche Futterknappheit. Erhöhte Kuh- und Färsenschlachtungen waren die Folge. Welche Prognosen gibt es für das Jahr 2019?

Teils deutlich weniger Milchkühe
Der Rinderbestand in der EU verringerte sich Ende 2018 gegenüber dem Vorjahr moderat. Mit 87,5 Mio. Rindern in der EU wurde der Vorjahresbestand mit einem Minus von 1,5 % unterschritten. Im europäischen Ranking führt Frankreich weiterhin die Hitliste an. Gut ein Fünftel aller Rinder in der EU werden in Frankreich gehalten. Danach auf Platz 2 folgt Deutschland mit einem Anteil von 14 % an den europäischen Rindern. Die Milchkuhherden wurden in einer ähnlichen Größenordnung mit großen Unterschieden zwischen den Ländern verringert.

Deutschland liegt mit einem Minus von 2,3 % in etwa im Gleichklang wie der Schnitt der EU. Spürbare Abstockungen gab es in Italien, den baltischen Staaten, in Schweden und besonders deutlich in den Niederlanden. Seit 2018 sehen sich Milcherzeuger in den Niederlanden mit einer Phosphat-Quote konfrontiert. Die Beschränkung der Phosphatmenge wirkt ähnlich produktionsbegrenzend wie die frühere Milchquote. Etwa 4.000 bis 5.000 EUR pro Kuh sind die Phosphatrechte in den Niederlanden wert. Die Milchviehhaltung in Irland und in Polen wird dagegen fortgesetzt ausgedehnt. Hier kurbeln auch spezielle Förderprogramme den Ausbau der Rinderhaltung an.

EU-Rindfleischerzeugung schrumpft wieder
Mit insgesamt geschätzten 8,2 Mio. t produziertem Rindfleisch wurde im Jahr 2018 das Vorjahresergebnis um 1,7 % übertroffen. Für 2019 erwarten die meisten Marktexperten für Europa eine Reduzierung. Der Grund des starken Wachstums im Jahr 2018 waren hauptsächlich deutlich erhöhte Kuh- und Färsenschlachtungen im Zuge der Futterknappheit. Mit geschätzten 8,0 Mio. t sollte sich die EU-Produktion im Jahr 2019 und rund 2 % kleiner ausfallen. Die Prognosen zur Rindfleischerzeugung fallen in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich aus.

Positive Marktaussichten für das Jahr 2019
Für die Erzeugerpreise können sich die Rinderhalter für Schlachtkühe im Jahr 2019 über mehr oder weniger höhere Auszahlungspreise als im Jahr zuvor freuen. Die Jungbullenpreise sollten sich behaupten. Große Verunsicherung über die weitere Preis- und Marktentwicklung gibt es hingegen in Irland und dem Vereinigten Königreich mit dem nahenden Brexit. Hier werden schwächere Rinderpreise erwartet, allein dadurch da das Pfund gegenüber dem Euro relativ stark an Wert verloren hat. (AMI)


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