Sachverständigenausschuss erwartet Durchschnittsernte

In Deutschland wird die Kartoffelernte in diesem Jahr voraussichtlich geringer als 2020 ausfallen. Zu diesem Schluss ist der Sachverständigenausschuss für die Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung in seinem vorläufigen Ergebnis gekommen. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium heute mitteilte, wird für 2021 basierend auf den bisher vorliegenden Rodeergebnissen eine Erntemenge von rund 10,6 Mio t Kartoffeln erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das ein Minus von 9,2 %; der Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 würde hingegen nur um 0,4 % verfehlt. Der Ertrag wird derzeit auf durchschnittlich 41,0 t/ha veranschlagt; das wären 4,2 % weniger als 2020 und 2,3 % unter dem langjährigen Mittel. Allerdings liegen dem Ministerium zufolge aktuell noch relativ wenige Auswertungen von Proberodungen vor, so dass sich beim tatsächlichen Ergebnis noch größere Abweichungen ergeben können.

Maßgeblich für das im Vorjahresvergleich schlechtere Ergebnis ist die verkleinerte Anbaufläche. Nach Ressortangaben wurden im laufenden Jahr rund 259 300 ha und damit 5,2 % weniger als noch 2020 bestellt. Auch die Witterung hat eine Rolle gespielt. Laut Ministerium haben sich die Kartoffelbestände durch das außergewöhnlich kalte Frühjahr zögerlich entwickelt. Das in weiten Teilen Deutschlands sehr wechselhafte und nasse Sommerwetter habe zudem den Pilzdruck erhöht und Ertrag sowie Qualität negativ beeinflusst. Im Juli und August seien die Kartoffelfelder oftmals zu nass zum Befahren gewesen; erst seit Anfang September hätten die Rodearbeiten Fahrt aufgenommen.

Nach Einschätzung des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes (DKHV) wird mit der diesjährigen Ernte eine ausreichende, aber nicht zu große Bruttomenge zur Verfügung stehen, die eine stabile Versorgung sichert. Jedoch müsse diese Menge erst einmal in guter Qualität vollständig geborgen und gelagert werden. Entscheidend würden die dem Markt am Ende zur Verfügung stehenden Nettomengen sein. Die Kartoffelanbaufläche ist dem DKHV zufolge erstmals seit 2016 nicht mehr ausgeweitet worden. Da noch erhebliche Mengen an Ware vorrätig gewesen seien, seien Anbaueinschränkungen empfohlen worden. AgE


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