Ressortchefs wollen nachhaltigere Ernährungssicherung

Die Landwirtschaftsminister der G20 haben sich für Agrarpolitiken ausgesprochen, die sowohl den Aspekten der Ernährungssicherung als auch denen des Klimaschutzes gerecht werden. Zum Abschluss ihres Treffens am vergangenen Samstag in Florenz stellten die Ressortchefs in einer gemeinsamen Erklärung unter dem Titel "Florenz-Nachhaltigkeitscharta" fest, dass die globalen Landwirtschafts- und Ernährungssysteme in den vergangenen Jahrzehnten "zu einer erheblichen Zunahme der Nahrungsmittelproduktion zur Ernährung einer wachsenden Bevölkerung geführt haben". Gleichzeitig wird aber auch eingeräumt, dass die Welt bei den Nachhaltigkeitszielen (SDG) der Vereinten Nationen (UN) für eine Welt ohne Hunger vom Pfad abgekommen sei.

Angesichts aktueller Herausforderungen wie Extremwetterereignisse, zunehmende Tier- und Pflanzenkrankheiten, der Corona-Pandemie und der wieder steigenden Zahl an Hungernden sei es zwingend erforderlich, koordiniert gemeinsame Maßnahmen anzuschieben. Konkret sprechen sich die Agrarminister für eine engere Zusammenarbeit zwischen den G20-Staaten und Entwicklungsländern aus. Die Kapazitäten der Agrarproduktion seien durch Wissensaustausch zu fördern.

Die für Deutschland nach Florenz gereiste Staatssekretärin vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Beate Kasch, betonte in den Verhandlungen die Bedeutung von mehr Klimaschutz. "Der Klimawandel gefährdet die weltweite Ernährungssicherung - darauf brauchen wir eine starke Antwort", so Kasch. Beim G20-Ministertreffen ist der Staatssekretärin zufolge dazu ein "entscheidender Schritt" gemacht worden. So sei im Abschlusskommuniqué festgehalten worden, dass die G20-Länder nicht nur die Klimaanpassung der Landwirtschaft, sondern explizit auch die Eindämmung des Klimawandels in den Blick nehmen müssten. "Das ist ein wichtiger Erfolg", erklärte Kasch.

Ferner wies die Staatssekretärin darauf hin, dass Deutschland hier bereits einen großen Beitrag leiste, etwa mithilfe von Wissenstransfer im Rahmen bilateraler Kooperationen mit Entwicklungsländern. Zudem gebe es ein klares Bekenntnis der G20 zum freien und fairen Handel. Gerade vor dem Hintergrund einer weltweiten Pandemie könne durch gute Handelsbeziehungen ein entscheidender Beitrag geleistet werden, den Hunger zu bekämpfen und die Einkommenssituation in den ärmeren Regionen der Welt zu verbessern.

Schließlich bekräftigte Kasch die deutsche Unterstützung eines globalen One-Health-Ansatzes. Die Gesundheit von Mensch, Tier und eine intakte Umwelt seien eng miteinander verbunden; die Corona-Krise habe dies allen vor Augen geführt. Kasch plädierte dafür, dass die Erfahrungen der verschiedenen Sektoren genutzt, ausgetauscht und strategisch zusammengeführt werden, um ähnliche Pandemien künftig zu verhindern. Mit dem neuen Institut für Internationale Tiergesundheit/One Health am Friedrich-Löffler-Institut (FLI) "leisten wir hier bereits wichtige Arbeit". AgE


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