Deutlich mehr Schweine im ersten Halbjahr geschlachtet

In der Europäischen Union sind die Schlachtschweinepreise auf das niedrigste Niveau seit vielen Jahren gesunken. Hauptgrund dafür ist, dass ein größeres Schweinefleischangebot auf eine schwächere Nachfrage im Binnenmarkt und zuletzt auch in China und Japan trifft. Laut Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) kamen im ersten Halbjahr 2021 in den meldepflichtigen Schlachtbetrieben der 27 Mitgliedstaaten insgesamt 124,17 Millionen Schweine an die Haken; das waren 4,31 Millionen Tiere oder 3,6 % mehr als von Januar bis Juni 2020. Im Vorjahr hatte allerdings die Corona-Pandemie zu Ausfällen in den Schlacht- und Zerlegebetrieben geführt, was beim Vergleich berücksichtigt werden muss. Doch auch gegenüber der ersten Jahreshälfte 2019 haben die Schlachtungen um 2,33 Millionen Tiere oder 1,9 % zugelegt.

In den meisten Mitgliedstaaten gelangten die Schweine zudem mit höheren Gewichten in die Schlachthäuser, teilweise auch eine Folge des Schweinestaus zu Jahresbeginn. Die Schweinefleischerzeugung in der EU-27 legte deshalb im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 um 478 000 t oder 4,2 % auf 11,80 Mio t und damit noch stärker zu, als es bei der Stückzahl der Fall war. Seinen Platz als wichtigstes Erzeugerland in der Gemeinschaft hat Spanien ausgebaut. Bei den Iberern stieg aufgrund der aufgestockten Mast- und Verarbeitungskapazitäten die Zahl der Schweineschlachtungen um 1,34 Millionen Tiere oder 4,9 % auf 28,34 Millionen Stück an. Im Unterschied zu vielen anderen Ländern nahmen die Schlachtgewichte dort jedoch leicht ab, so dass die Schweinefleischproduktion „nur“ um 4,1 % auf 2,61 Mio t zulegte.

In Deutschland nahm das Schlachtschweineaufkommen dagegen verglichen mit der ersten Jahreshälfte 2020 um 685 000 Tiere oder 2,6 % auf 26,09 Millionen Stück ab; die Fleischerzeugung war um 1,3 % auf 2,52 Mio t rückläufig. Verantwortlich hierfür war vor allem, dass weniger Ferkel und Mastschweine aus dem Ausland in die Bundesrepublik geliefert wurden. Ansonsten verzeichneten in der EU nur Estland und Lettland eine geringere Schweinefleischerzeugung als im Vorjahr.

Spürbar zugenommen haben im ersten Halbjahr 2021 die Schweineschlachtungen in Polen, den Niederlanden, Belgien und Dänemark, und zwar um 6,9 % bis 9,7 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresniveau. In Österreich legte das Schlachtaufkommen den Luxemburger Statistikern zufolge um 3,4 % auf 2,57 Millionen Schweine zu. Verhaltener war der Anstieg in Frankreich mit einem Plus von 0,9 % auf 11,64 Millionen Tiere, das damit seinen dritten Platz in der EU vor Polen mit 10,61 Millionen verarbeiteten Schweinen behauptete. AgE


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