Schlachtrinderpreise auf Jahreshoch

Seit Wochen kennen die Schlachtrinderpreise in der Europäischen Union nur eine Richtung: Es geht peu à peu nach oben. Grund sind verringerte Tierbestände und eine nach der Corona-Pandemie wieder anziehende Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung ist aber nicht nur in der EU, sondern auch in Nord- und Südamerika sowie in Ozeanien zu beobachten. Global sind in allen wichtigen Produzentenländern die Rinder merklich teurer geworden.

Nach Angaben der EU-Kommission lag der durchschnittliche Marktpreis für Jungbullen der Handelsklasse R3 in den Mitgliedstaaten in der Woche zum 22. August bei 390,23 Euro/100 kg; das waren 0,1 % mehr als in der Vorwoche und 10,7 % mehr als zwölf Monate zuvor. Zuletzt musste im Januar 2018 von den Schlachtern mehr Geld für diese Tiere angelegt werden. Der von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) an die Kommission übermittelte Durchschnittspreis für R3-Bullen in Deutschland lag bei 409,05 Euro/100 kg SG Kaltgewicht im EU-Vergleich hinter Schweden auf dem zweithöchsten Niveau.

Noch deutlicher als bei den Jungbullen sind binnen Jahresfrist die Preise für Schlachtkühe in der Handelsklasse O3 in der Gemeinschaft gestiegen, nämlich um 16,5 % auf 328,01 Euro/100 kg SG. Hier muss man gar bis in den Sommer 2013 zurückgehen, um ein ähnlich hohes Preisniveau zu finden.

Bei den Schlachtfärsen wurde zuletzt ein neues Jahreshoch auf EU-Ebene bei den Abrechnungspreisen verpasst. Für Tiere der Handelsklasse wurden im Schnitt 402,47 Euro/100 kg SG gezahlt; das waren 0,1 % weniger als in der Vorwoche. Gleichwohl konnten sich die Verkäufer im Vorjahresvergleich über ein Erlösplus von 10,0 % freuen.

Für den weiteren Preisverlauf bis Jahresende kann bei den Jungbullen durchaus noch mit weiteren Preiserhöhungen gerechnet werden, da der Herbst mit kühleren Temperaturen meist eine Nachfragebelebung für Rindfleisch bringt. Bei Schlachtkühen steigt dagegen gewöhnlich das Lebendangebot, und die Preise geben saisonal nach. AgE


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