Ernte auch in Nordrhein-Westfalen enttäuschend

Auch in Nordrhein-Westfalen bleibt die diesjährige Getreideernte hinter den Erwartungen zurück. Lange habe es so ausgesehen, als würde das Wetter der Landwirtschaft in nach drei Trockenjahren endlich wieder eine überdurchschnittliche Getreideernte bescheren. Die jetzt an den Bund gemeldeten Daten der vorläufigen Ergebnisse zur Erntebilanz 2021 hätten diese Erwartungen allerdings nicht erfüllen können, berichtete das Landwirtschaftsministerium heute in Düsseldorf. Mit einem vorläufigen mittleren Ertrag von 74 dt/ha und einer Gesamtenge von 3,67 Mio t liege die Getreideernte in Nordrhein-Westfalen um 0,9 % unter dem Ergebnis von 2020 und 4,2 % unter dem Durchschnitt von 2015 bis 2020.

Eine zu geringe Sonneneinstrahlung und abwechselnd zu hohe und zu niedrige Temperaturen während der entscheidenden Phase der Kornfüllung hätten das Wachstum gebremst, erklärte das Ministerium. Dies schlage sich in schwachen äußeren Qualitäten nieder, wohingegen die inneren Qualitäten wie die Backeigenschaften des Brotgetreides nach bisheriger Einschätzung zufriedenstellend seien. Das Juli-Hochwasser habe auch zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe hart getroffen, stellte das Agrarressort fest. Die Ernteeinbußen durch die Starkregenereignisse hätten die Gesamterntebilanz aber nicht maßgeblich beeinflusst.

Die Getreideernte zog sich dem Ministerium zufolge erstmals seit Jahren wieder über einen langen Zeitraum hin und war durch Lagergetreide und nicht vollständig abgereiftes Stroh für die Mähdrescher auch technisch anspruchsvoll. Bei der in Nordrhein-Westfalen wichtigsten Brotgetreideart, dem Weizen, lägen die Erträge um 8,2 % unter denen von 2020 und 4,0 % unter dem mehrjährigen Mittel. Die Wintergerste als wichtigste Futtergetreideart habe von ihrer früheren Abreife und den dann noch besseren Witterungsbedingungen profitiert; hier bewegten sich die Erträge um 4,3 % über dem Vorjahresergebnis, aber um 1,1 % unter dem mehrjährigen Mittel.

Von der kühl-feuchten Frühjahrswitterung profitierte nach Angaben des Agrarressorts vor allem das Grünland. Ausbleibende Trockenphasen hätten dafür gesorgt, dass das Wachstum der Gräser auch im Sommer kaum unterbrochen worden sei, so dass der zweite und dritte Schnitt für Grassilage häufig zügig aufeinander habe folgen können. Die Futterreserven hätten endlich wieder aufgefüllt werden können. Hinzu komme, dass das sehr üppige Wachstum des Maises eine reiche Ernte an Silomais verspreche.

Noch unsicher sind laut dem Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium die Aussichten für die diesjährige Ernte später Kartoffeln und Verarbeitungskartoffeln für Pommes frites und Chips. Die häufigen Niederschläge hätten in den Beständen zu einem starken Befallsdruck mit Pilzkrankheiten geführt. Nach den im Vorjahr coronabedingten Einbrüchen am Kartoffelmarkt schauten die Anbauer in diesem Jahr nach Öffnung der Gastronomie aber wieder optimistisch auf die Saison. AgE


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