Geteiltes Echo auf Pläne des Landwirtschaftsministeriums

Die gestern von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgestellte "Ackerbaustrategie 2035" hat bei den verschiedenen Interessensgruppen ein geteiltes Echo hervorgerufen. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) in Berlin unterstützte "grundsätzlich" die vom Agrarressort erwogenen Maßnahmen zur Anpassung des Ackerbaus an den Klimawandel. Allerdings dürften diese Ansätze nicht zu Lasten der Wertschöpfung im ländlichen Raum gehen. DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler warnte, dass Umweltschutz und leistungsfähiger Getreideanbau nicht ausschließlich über das Ordnungsrecht in Einklang gebracht werden könnten. Gerade die jüngsten Einschränkungen bei der Düngung hätten zu dem geringen Ergebnis beim Weizen beigetragen. Zukünftig müsse verstärkt auf Effizienzsteigerungen durch den Einsatz moderner Pflanzenzüchtung und Technik gesetzt werden. "Gerade in Technik ist schon viel investiert worden, aber es besteht noch Luft nach oben", hob Seedler hervor.
Derweil bezeichnete der Agrarsprecher der grünen Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, die Strategie der Ministerin als einen "Witz". Das Papier sei völlig substanzlos und eine Ideensammlung ohne Verbindlichkeit und schnell wirksame Maßnahmen. Die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, bemängelte unter anderem, dass ein Zeit- und Fahrplan zur Implementierung fehle. Außerdem müsse es um Ursachenbeseitigung gehen und nicht nur um Symptomlinderung hier und da.

Der Vorsitzende vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Olaf Bandt, warf der Ministerin vor, dass in dem Papier konkrete Aussagen zur Finanzierung fehlten. Auch seien die in der Strategie favorisierten neuen Gentechnikverfahren eine industriefreundliche Scheinlösung. Der Koordinator für Agrar- und Landnutzungspolitik bei der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland, Johann Rathke, erklärte, Klöckner gehe es mehr um "Symbolpolitik", als ressortübergreifend eine einheitliche Strategie zu erarbeiten, wie es eigentlich im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei. Der Bundesgeschäftsführer vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), Leif Miller, monierte unter anderem, dass es für die angestrebte Stärkung des integrierten Pflanzenschutzes (IPS) und der Biodiversität keine quantitativen Zielvorgaben gebe. AgE


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