Mehrheit der Niedersachsen für eine Bestandsregulierung

In Niedersachsen befürworten zwar zwei Drittel der Bürger die Rückkehr des Wolfes, aber eine deutliche Mehrheit von 72 % sieht auch die Probleme, die durch den Beutejäger für die Weidetierhaltung und die Menschen entstehen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die vom Landvolk Niedersachsen und weiteren Partnern in Auftrag gegeben wurde. Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers überreichte die Ergebnisse der Befragung stellvertretend für alle Mitglieder des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement heute an Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies.
Laut Landesbauernverband stimmten 65 % der Befragten dem Abschuss von Wölfen in bestimmten Fällen zu, wenn es beispielsweise um solche Exemplare geht, die wiederholt Nutztiere reißen. Eine Zustimmung von 50 % gab es für Abschüsse, wenn es sich um Räuber handelt, die sich Siedlungen oder Menschen nähern. "Interessant ist dabei, dass die jüngere und städtische Bevölkerung mit mehr als 70 % die Rückkehr des Wolfes positiver sieht als die ältere und ländliche Generation", sagte Ehlers. Seien die Befürworter zudem Mitglied in Umweltorganisationen, steige der Wert auf 82 %.

Für Lies ist die Umfrage in vielen Punkten interessant. "Sie zeigt einerseits eine deutliche Akzeptanz des Wolfes, andererseits auch die Erwartung in der Bevölkerung, eine maximale Zahl von Wölfen in Niedersachsen zu definieren", so der Minister. Diese Akzeptanz müsse abgesichert und gemeinsam noch weiter gesteigert werden. Deshalb würden bei der Zahl der Wölfe in Niedersachsen zwei Schwellen definiert. Lies wies darauf hin, dass dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben worden sei, das die Frage nach der ersten Schwelle klären solle, nämlich wie viele Wölfe eigentlich gebraucht würden, um die Population nicht wieder zu gefährden.

Eine zweite, höhere Schwelle werde die darüber hinausgehende Akzeptanzgrenze sein, erläuterte der Ressortchef. Mit zunehmender Population nähmen Risse und Nahbegegnungen immer weiter zu. Das werde in einer Kulturlandschaft wie in Niedersachsen nicht unbegrenzt möglich sein und auch nicht unbegrenzt akzeptiert werden. "Mit Erreichen dieser Akzeptanzgrenze müssen wir als Staat dann auch in der Lage sein, die Population zu regulieren", erklärte Lies. AgE


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