Apfel- und Pflaumenernte voraussichtlich unter Vorjahresniveau

Die Baumobsterzeuger in Deutschland erwarten im laufenden Jahr eine nur unterdurchschnittliche Apfelernte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute auf der Grundlage einer ersten vorläufigen Schätzung vom Juli mitteilte, ist mit einem Apfelaufkommen im gewerblichen Marktobstbau von rund 937 000 t zu rechnen; im Vergleich zu 2020 wäre das eine Abnahme um etwa 87 000 t oder 8,5 %. Gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt ergäbe sich ein Minus von 24 000 t beziehungsweise etwa 2 %. Im Rahmen des Prognosfruit-Kongresses Anfang August war für Deutschland noch ein Anstieg der Apfelernte gegenüber 2020 um 6 % auf 1,08 Mio t vorausgesagt worden.

Die bundesweite Apfelanbaufläche beziffert Destatis auf Basis der Baumobstanbauerhebung 2017 für dieses Jahr auf 33 646 ha und damit um 254 ha oder 0,7 % kleiner als zur Ernte 2020. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen mit der Bodenseeregion in Baden-Württemberg und mit dem Alten Land in Niedersachsen. Für Baden-Württemberg wird die diesjährige Apfelerzeugung auf 337 000 t veranschlagt; das wären 66 300 t oder 16 % weniger als im Vorjahr. In Niedersachsen soll die Apfelproduktion dagegen im Jahresvergleich nur um 9 200 t oder 3 % auf 270 500 t abnehmen.

Die deutsche Pflaumen- und Zwetschenernte schätzt Destatis auf knapp 34 000 t, was gegenüber 2020 ein Rückgang um 12 500 t oder 27 % bedeuten würde. Da diese Erntemenge fast genau dem zehnjährigen Durchschnitt entspricht, wird auch eine gegenüber dem langjährigen Mittel um etwa 27 % geringere Menge an Pflaumen und Zwetschen erwartet. Grund für die aktuell niedrigere Ernteerwartung seien ungünstige Witterungsbedingungen und Spätfröste, welche zu einem verminderten oder fehlenden Fruchtansatz geführt hätten, erklärten die Wiesbadener Statistiker. Hinzu komme, dass Pflaumen und Zwetschen alternierende Früchte seien. Somit folge auf ein besseres Erntejahr - wie 2020 - üblicherweise eines mit geringerem Ertrag.

Auch die deutsche Kirschenernte ist insgesamt kleiner ausgefallen als zunächst vorausgesagt wurde. Laut der zweiten vorläufigen amtlichen Schätzung belief sich das Süßkirschenaufkommen auf nur gut 29 200 t; Anfang Juli hatte Destatis im Rahmen der ersten Schätzung noch mit fast 34 700 t gerechnet, während 2020 bundesweit 36 800 t an Süßkirschen erzeugt worden waren. Die Produktion von Sauerkirschen fiel dagegen mit jetzt geschätzten 11 350 t etwas höher aus als zunächst geschätzt; 2020 waren aber 13 200 t Sauerkirschen geerntet worden. AgE


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