Raiffeisenverband erwartet noch weniger Getreide und Raps

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat heute seine Prognosen für die diesjährige Getreide- und Rapsernte nochmals nach unten angepasst. Für Getreide einschließlich Körnermais wird nun ein "knapp durchschnittliches" Ergebnis von 42,9 Mio t erwartet und für Raps eine Produktion von 3,5 Mio t; im Juli war noch mit 900 000 t beziehungsweise 200 000 t mehr gerechnet worden. Mit den nun vorgelegten Prognosen würde das Vorjahresaufkommen beim Getreide um 0,9 % verfehlt und beim Raps um 0,2 %.

Laut DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler hat die warme und trockene Witterung der vergangenen Tage für einen zügigen Erntefortschritt gesorgt. Die Ernte befinde sich auf der Zielgeraden; lediglich in Höhenlagen und in Spätdruschgebieten stünden noch nennenswerte Mengen auf dem Halm. Die Erträge blieben allerdings in vielen Fällen hinter den Erwartungen zurück. Das kalte Frühjahr habe zunächst das Pflanzenwachstum gehemmt und sei in weiten Teilen Deutschlands von einer Hitzeperiode abgelöst worden, die die Bestände in der sensiblen Kornfüllungsphase getroffen habe. "Die hohen Temperaturen nahezu ohne Niederschläge haben insbesondere im Osten zu kleinen Ähren und Getreidekörnern geführt", erklärte Seedler.

Laut Raiffeisenverband werden sowohl in Europa insgesamt als auch in anderen wichtigen Getreideanbaugebieten der Welt die ursprünglich erwarteten Erntemengen nicht erreicht. Insbesondere Kanada und Russland hätten ihre Prognosen witterungsbedingt zum Teil deutlich reduziert. Zum fünften Mal in Folge dürfte die weltweite Getreideproduktion die laufend steigende Nachfrage nicht decken. Erschwerend komme hinzu, dass die Lagerbestände in den vergangenen Jahren als Folge der starken Nachfrage ebenfalls gesunken seien.

Anlass zur Sorge um eine ausreichende Versorgung mit Getreide am heimischen Markt bestehe allerdings nicht, so der DRV. Allerdings müsse in Zukunft verstärkt darüber nachgedacht werden, wie die gesellschaftlich gewünschte nachhaltige Transformation der Agrarwirtschaft gelingen kann, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. "Die ausschließliche Fokussierung auf ökologische Aspekte wäre fatal", betonte Seedler. AgE


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