Fleischexport lässt die Kassen in den USA klingeln

Die Rind- und Schweinefleischausfuhren der USA sind auf Rekordkurs und haben im ersten Halbjahr 2021 den Exporteuren so viel Geld in die Kassen gespült wie niemals zuvor. Wie aus aktuellen Daten der amerikanischen Exportorganisation für Fleisch (USMEF) hervorgeht, konnten sich insbesondere die US-Rindfleischexporteure über einen Nachfrageboom freuen. Sie steigerten ihre international abgesetzten Mengen gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 18,3 % auf 700 070 t. Noch kräftiger ging es infolge der höheren Verkaufspreise mit den Ausfuhrerlösen nach oben, die um gut 1 Mrd $ oder umgerechnet 861 Mio Euro auf 3,95 Mrd Euro stiegen; das war ein Plus von 27,9 %.

Deutlich verhaltener war der Anstieg der US-Schweinefleischlieferungen in andere Länder, die gegenüber den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur um 1,4 % auf knapp 1,58 Mio t zulegten. Allerdings liegt hier die Messlatte hoch, denn 2020 war für die US-Schweinefleischexporteure wegen des boomenden Chinageschäftes sowohl bei der international abgesetzten Menge als auch den daraus resultieren Erlösen ein absolutes Rekordjahr. Dennoch stiegen die Ausfuhreinnahmen weiter an und übertrafen von Januar bis Juni mit 3,68 Mrd Euro das vergleichbare Vorjahresergebnis um 6,8 %.

USMEF-Präsident Dan Halstrom wies darauf hin, dass trotz der guten Zahlen die US-Fleischindustrie auch 2021 vor große Herausforderungen gestellt werde. So gebe es Probleme mit der Verfügbarkeit von Arbeitskräften und logistische Hindernisse, was den Warenversand verlangsame. Zudem gebe es immer wieder Corona-Einschränkungen in vielen Schlüsselmärkten. "Die Tatsache, dass die Exporte im ersten Halbjahr Rekordwerte erreichten, spricht für die Loyalität unseres internationalen Kundenstamms, die starke Verbrauchernachfrage nach rotem US-Fleisch und die Fähigkeit der US-Industrie, sich an ein herausforderndes und sich schnell änderndes Geschäftsklima anzupassen", erklärte Halstrom.

Am Aufschwung der US-Rindfleischexporte hatte der florierende Handel mit China wesentlichen Anteil. Die dorthin verschiffte Menge an frischer und gefrorener Ware sowie Verarbeitungsfleisch hat sich mit rund 81 000 t gegenüber der ersten Jahreshälfte 2020 mehr als verzehnfacht. Grund dafür war laut USMEF der bessere Marktzugang für US-Anbieter durch Erteilung von Exportgenehmigungen sowie die Senkung von Strafzöllen aufgrund der Handelsvereinbarung im vergangenen Jahr.

Ganz anders sah das bei den US-Schweinefleischexporten in die Volksrepublik aus. Diese nahmen im Vergleich zur ersten Jahreshälfte um ein Fünftel auf 463 900 t ab, bei frischer und gefrorener Ware sogar um ein Drittel auf 297 100 t. Lediglich der Absatz von Schlachtnebenerzeugnissen legte zu. AgE


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