Zahl der Wolfsrisse erneut deutlich gestiegen

Deutliche Kritik hat der Umweltbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Vorstand im Forum Natur (AFN), Eberhart Hartelt, an der Veröffentlichungspraxis der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu den jährlichen Nutztierrissen geübt. Mit Blick auf die von Jahr zu Jahr deutlich steigenden Schäden in Nutztierbeständen nannte Hartelt es heute "beschämend", den im Internet veröffentlichten Bericht zu lesen. Dieser sei eine reine "Copy & Paste-Arbeit" der DBBW, bei dem weitgehend nur die Zahlen alljährlich aktualisiert würden.
Für den DBV-Umweltbeauftragten ist es nicht länger hinnehmbar, dass die fachlichen Ausführungen zur Förderung von Präventionsmaßnahmen und den Folgen aus den steigenden Wolfsbeständen unverändert bleiben, obwohl der Trend in der Entwicklung des Wolfsbestandes und der Schäden "die nahende Katastrophe überdeutlich aufzeigt". "Wir fordern die politisch Verantwortlichen im Vorfeld der Bundestagswahl dazu auf, sich klar zum aktiven Bestandsmanagement für den Wolf zu bekennen und die dafür notwendigen gesetzlichen Änderungen in der nächsten Legislaturperiode durch eine erneute Novelle der entsprechenden Gesetze anzugehen", erklärte Hartelt.

Nach den aktuellen DBBW-Zahlen ist die Anzahl der geschädigten Nutztiere 2020 um 37 % gegenüber dem Vorjahr auf 3 959 gestiegen. Dies schließt getötete, verletzte und vermisste Nutztiere ein. Besonders betroffen von Wolfsschäden waren die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. An Schafen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 3 444 Tiere von Wölfen getötet, gefolgt von Gehegewild mit 248, Rindern mit 153 und Ziegen mit 92 Tieren. Darüber hinaus fielen 13 Pferde, sieben Alpakas und zwei Herdenschutzhunde nachweislich dem Wolf zum Opfer.

Nach Einschätzung von Hartelt korreliert die Zunahme der Schäden an Nutztieren annähernd mit der jährlichen Zuwachsrate an Wölfen. Ihm zufolge wird es "Zeit, dass die Politik endlich aufwacht und zur Kenntnis nimmt, dass dieser Trend ungebrochen die Existenz der Weidetierhaltung in Deutschland in Frage stellt". Dass der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen gehöre, könne nur noch leugnen, wer auf einem anderen Stern lebe, so der DBV-Umweltbeauftragte. AgE


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