Lebensmittelpreise zum Vorjahr kräftig gestiegen

Die Preise für Lebensmittel sind im Juli erheblich kräftiger gestiegen als in den Vormonaten und auch stärker als die Verbraucherpreise insgesamt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden heute berichtete, mussten die Konsumenten im vergangenen Monat für Nahrungsgüter im Mittel 4,3 % mehr zahlen als im Juli 2020. Im Juni hatte die betreffende Teuerungsrate lediglich bei 1,2 % gelegen, im Mai bei 1,5 %. Die allgemeine Inflationsrate bezifferten die Wiesbadener Statistiker für den vorigen Monat auf 3,8 %, nach 2,3 % im Juni. Eine höhere Inflationsrate hatte es zuletzt im Dezember 1993 mit 4,3 % gegeben.

Destatis wies allerdings darauf hin, dass die Verbraucherpreise im Juli 2020 als Folge der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze stark gefallen seien. "Der im Juli 2021 sprunghaft einsetzende Basiseffekt war zu erwarten", so Christoph-Martin Mai, Leiter des Referats "Verbraucherpreise" in dem Bundesamt. Der preiserhöhende Effekt sei durch Sonderentwicklungen für einzelne Güter verstärkt worden, insbesondere für die Energieprodukte. Die Preise für diese lagen im Berichtsmonat im Schnitt um 11,6 % über dem Vorjahresmonat. Heizöl war dabei um 53,6 % teurer, Kraftstoffe um 24,7 %, Erdgas um 4,7 % und Strom um 1,6 %.

Im Segment Lebensmittel mussten die Verbraucher nach Angaben von Destatis im Vergleich zu Juli 2020 insbesondere für Gemüse sowie Speisefette und -öle tiefer in die Tasche greifen; diese wurden in den Läden im Schnitt um 7,2 % beziehungsweise 6,9 % teurer angeboten. Die Preise für Fleisch und Fleischwaren erhöhten sich um durchschnittlich 3,2 %, die für Obst im Mittel um 2,0 %.

Laut Destatis haben sich die Preiserhöhungen bei Energieprodukten und bei Nahrungsmitteln gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich auf die Inflationsrate ausgewirkt. Ohne Berücksichtigung der Energieprodukte hätte die Inflationsrate im Juli 2021 „nur“ bei 2,9 % gelegen, ohne beide Güterbereiche bei 2,7 %. AgE


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