Getreide und Ölsaaten

Die Weizenkontrakte in Paris schwächelten vor dem Wochenende und gaben nach. Auch beim gestrigen Handel schafften es die Futures nicht die Vorzeichen zu drehen und notierten Verluste. In Frankreich wurden die 79 % der Weizenfelder mit gut bis exzellent bewertet. Auf der anderen Seite des Pazifiks übernahmen die Bären am Freitag die Führung. Besonders Gewinnmitnahmen prägten den Handel und sorgten für Verluste. Aufgrund des Independence-Day fand am Montag kein Handel in den USA statt.
Derweil geht die Winterweizenernte weiter voran. Für den Sommerweizen ist das derzeitige heiße und trockene Wetter ungünstig und bedroht die Bestände. In der Ukraine haben sich die Getreideexporte bisher auf 44,628 Mio. Tonnen summiert und sind damit um knappe 21 % zurückgegangen. Für diesen und den kommenden Monat hat die Regierung die Exportlimits aufgrund der guten Ernteprognosen aufgehoben. Ersten Schätzungen zufolge soll sich die Ernte auf 76 Mio. Tonnen summieren. In einigen Anbaugebieten sollen die Bestände jedoch deutlich unter den Unwettern gelitten haben. Es wird auf 3,2 Mio. Hektar mit Ertragseinbußen gerechnet. Das sind knapp 42 % der gesamten ukrainischen Anbaufläche. In Russland konnten sich die hohen Preise nicht halten. Nach Angaben des Analystenhauses IKAR liegt der FOB-Preis bei 242,00 US-Dollar/Tonne. In der Vorwoche wurde noch 249,00 US-Dollar für die Tonne abgerufen. Grund für die schwächeren Preise sind besonders die soliden Ertragsaussichten in den wichtigen russischen Anbaugebieten.

An der Matif verabschiedeten sich die Mais-Futures vor dem Wochenende mit Verlusten aus dem Handel. Beim gestrigen Handel übernahmen ebenfalls die Bären die Führung. Für den August ging es auf 238,00 Euro/Tonne abwärts. Auch in Chicago ging es nach der starken Preisrally zurück in die Verlustzone. Vor allem mit Gewinnmitnahmen begründeten Marktteilnehmer den Rücksetzer. Im Maisgürtel der USA liegt der Fokus der Marktteilnehmer weiter auf den Wetterprognosen. Es wird zwar mit einigen Niederschlägen gerechnet, ob diese jedoch Ertragsrückgänge verhindern ist fraglich. Die zweite Maisernte in Brasilien ist nach den jüngsten Angaben der Experten von AgRural zu 12 % abgeschlossen. Grund für die verzögerte Ernte ist die deutlich spätere Maisaussaat. Zudem wurde die brasilianische Ernteprognose um 5,4 Mio. Tonnen auf 54,6 Mio. Tonnen nach unten korrigiert. Insgesamt soll sich die Produktion auf 85,3 Mio. Tonnen summieren und liegt damit 17 % über dem Ergebnis des Vorjahres.

Für den Raps ging es entgegen der Entwicklungen an der CBoT vor dem Wochenende marginal südwärts. Beim gestrigen Handel hingegen ging es deutlicher abwärts. Der Novembertermin notierte ein Minus von 15,75 Euro/Tonne auf 521,75 Euro/Tonne. In der EU werden die Lagerbestände auf 0,8 Mio. Tonnen geschätzt und bestätigt damit die knappe Versorgung mit der Ölsaat.

In Winnipeg standen die Vorzeichen gestern ebenfalls auf Rot. Ursächlich für die Korrektur sei nach Meinung der Analysten vor allem Gewinnmitnahmen. Zusätzlich entspannt sich langsam die Dürre in den Präriegebieten. Trotz der erwarteten Niederschläge rechnen die Marktteilnehmer mit deutlichen Ertragseinbußen bei der Canolaproduktion.

An der Börse in Chicago notierten die Sojabohnen am Freitag leichte Gewinne. Die Schrotkontrakte hingegen rutschten vor dem Wochenende in die Verlustzone. In den USA soll es in den kommenden Tagen in einigen wichtigen Anbaugebieten regnen. Besonders in Iowa, Illinois und Minnesota werden Schauer erwartet. Meteorologen zufolge ist jedoch fraglich in wie weit die Niederschläge ausreichen, um die angespannte Situation nachhaltig zu verbessern.


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