Kartoffeln und Getreide

Auf dem Markt für Verarbeitungsknollen rechnen die meisten Anbieter damit, dass sich die Umstellung auf die neue Ernte, ähnlich wie bei den Speisekartoffeln, verzögern wird. Insgesamt gibt es bisher nach Aussage einiger Marktteilnehmer noch ausreichend alterntige Ware. In einigen Lägern stellt die Aufrechterhaltung der Keimruhe die Erzeuger vor Schwierigkeiten, sodass diese Partien mitunter zu einem reduzierten Preisniveau gehandelt werden. Erste Proberodungen der Sorten Premiere und Zorba brachten nur mittelmäßige Ergebnisse. Die Erträge zeigten sich mäßig bis durchschnittlich. Ab Ende Juli rechnen die Verarbeiter mit den ersten Lieferungen der neuen Ernte. Die Frittenfabriken haben in den letzten Wochen ihre Produktion nochmal deutlich gesteigert. Vorkrisen-Niveau wurde jedoch bisher noch nicht wieder erreicht. In den Niederlanden kann sich der Frittenrohstoff auf dem derzeitigen Niveau halten. Dort werden 10 bis 13 Euro/dt. für die Verarbeitungsware abgerufen.

Die heimischen Frühkartoffeln erobern nach und nach den Speisemarkt. Mehrere große Lebensmittelketten stellen in dieser Woche ihr Programm auf regionale Ware um. Somit nehmen die Angebote an ägyptischer, sowie spanischer Ware wieder deutlich ab. Einige Sonderangebote mit Knollen aus Israel sollen den Absatz noch steigern. Probleme hingegen bereitet das Wetter. Besonders das warme und feuchte Wetter könnte zur Qualitätsminderungen bei der festschalige Ware führen, weswegen vielerorts die Bestände schon vorgerodet wurden.

Vor dem Wochenende rutschten die Weizenkurse in Paris in die Verlustzone. Mit marginalen Gewinnen beendeten die Futures in Paris den Wochenstart und konnten sich damit von den Verlusten etwas erholen. Der September notierte ein Plus von 1,50 Euro/Tonne auf 203,00 Euro/Tonne. Am Kassamarkt zeigten sich die Getreidepreise in den letzten Tagen etwas schwächer. Besonders im Donau-Gebiet sollen die Unwetter zu Schäden geführt haben. Genaue Ergebnisse stehen noch aus. In Frankreich befinden sich rund 79 % der Weizenbestände in einer guten bis sehr guten Verfassung. In der Vorwoche waren es noch 81 %. Auf dem Exportmarkten blicken viele Händler gespannt auf die Ernte in Russland und der Ukraine. Gute Erträge könnten den Wettbewerbsdruck deutlich steigern. An der CBoT erholten sich die Kontrakte von dem schwachen Ende der letzten Handelswoche und legten im Verlauf des Handels zu. Gestützt wurden die Futures von der nur schleppend verlaufenden Ernte in den USA. Bisher wurden 33 % der Bestände geerntet. Im Schnitt der letzten Jahre waren es fast 40 %. Zusätzlich bereitet der Zustand der Bestände den Erzeugern Sorge. Rund 46 % der Felder werden mit gut bis exzellent eingestuft. In der Vorwoche waren es 49 %. Für den am Mittwoch erscheinenden Bericht zur Aussaat erwarten die Analysten 18,59 Mio. Hektar. Das würde einem Rückgang von 9 % gegenüber der Schätzung aus dem März entsprechen.

Die Maiskurse in Paris verabschiedeten sich mit roten Vorzeichen aus dem Handel. Gestützt vom bullischen Umfeld ging es beim gestrigen Handel bereits wieder in die Gewinnzone. Auf der anderen Seite des Pazifiks sorgte der US-Gerichtsentscheid, über die Aufhebungspflicht der Beimischung dafür, dass die Futures den Handel am Freitag mit Verlusten beendet haben. Beim gestrigen Handel haben die Kurse ihre Preiskorrektur beendet und kräftige Gewinne notiert. Für den Frontmonat ging es 39 $ US-Cent auf 675,50 $ US-Cent/bushel nach oben. Futter für die Bullen sind vor allem die schlechteren Wetterprognosen. Im östlichen Maisgürtel der USA wird eine neue Hitzewelle erwartet. Die Zustandsbewertung wurde um einen Prozentpunkt auf 64 % nach unten korrigiert. Nach Angaben des USDA haben sich die Exportverladungen auf 1,0 Mio. Tonnen summiert. Damit wurde sowohl der Wert der Vorwoche, als auch das Ergebnis des Vorjahres unterschritten


© 2021 RWG Rheinland eG
Kontakt: info@rwg-r.de - Datenschutz
Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren
OK