Genossenschaften verlassen Deutschen Weinbauverband

In der deutschen Weinwirtschaft scheint es mit der Harmonie endgültig vorbei. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) teilte heute in Berlin mit, dass er und die mit weinwirtschaftlichen Fragen befassten genossenschaftlichen Regionalverbände zum Jahresende aus dem Deutschen Weinbauverband (DWV) austreten werden. Bei den Regionalverbänden handelt es sich um den Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV), den Genossenschaftsverband - Verband der Regionen (GV-VdR) sowie den Genossenschaftsverband Bayern(GVB). Zu allgemeinen berufsständischen Themen werde weiterhin die Zusammenarbeit mit dem DWV angestrebt, erklärte der Raiffeisenverband.
"In der Ausrichtung des DWV haben die genossenschaftlichen Positionen zuletzt nahezu keine Rolle mehr gespielt", begründete DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers diese Entscheidung. Die genossenschaftlichen Verbände seien ihren Mitgliedern verpflichtet, und eine funktionierende Interessenvertretung sei für sie zentral. Der Entscheidung sei ein langer Meinungsbildungsprozess vorausgegangen.

"Wir wollen neue Wege gehen, um die Interessen unserer Winzer- und Weingärtnergenossenschaften bestmöglich zu vertreten", betonte Ehlers. Beim Raiffeisenverband wie auch bei den drei Regionalverbänden ist man sich laut dem DRV-Hauptgeschäftsführer darin einig, dass die Neustrukturierung der Interessenvertretung der genossenschaftlichen Weinwirtschaft die Chance für neue Allianzen und neue strategische Partnerschaften innerhalb der Weinbranche bietet.

Nach DRV-Angaben trägt die genossenschaftliche Weinwirtschaft rund ein Drittel zur gesamten deutschen Weinerzeugung in Deutschland bei. In den Regionalverbänden seien 148 Winzer- und Weingärtnergenossenschaften zusammengeschlossen. Der Umsatz dieser Genossenschaften habe im vergangenen Jahr rund 800 Mio Euro betragen. AgE


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