Bauern können pflanzliche Erzeugnisse teurer verkaufen

Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte in Deutschland haben sich im April weiter sehr unterschiedlich entwickelt. Während die Landwirte für ihre pflanzlichen Rohstoffe im Schnitt 1,0 % mehr als im März erlösten und sich das Preisplus im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 11,5 % belief, erhielten die Tierhalter für ihre Produkte kaum mehr Geld als im März, jedoch 3,0 % weniger als im April 2020. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte, glichen unter dem Strich die Gewinne im Bereich Pflanzenbau die Verluste bei tierischen Erzeugnissen mehr als aus. Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise insgesamt lagen im April um 2,6 % über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die aus Bauernsicht freundliche Situation im pflanzlichen Bereich ist laut den Statistikern aus Wiesbaden vor allem auf die um 20,4 % höheren Preise für Getreide zurückzuführen. Ein Grund dafür soll ihnen zufolge die hohe Nachfrage aus dem Ausland sein. Bei den Produkten des Gemüse- und Gartenbaus konnten sich die Erzeuger im Vergleich zum April 2020 über eine Preissteigerung von 16,1 % freuen, wobei sich Blumen und Salate um jeweils 20,2 % sowie Tomaten um 42,6 % verteuerten. Bei Spargel war hingegen ein Minus von 7,6 % zu verzeichnen, da im vergangenen Jahr die Ernte coronabedingt knapp ausgefallen war, was zu höheren Preisen geführt hatte.

Mit einem deutlichen Aufschlag von fast 40 % ließ sich im Berichtsmonat Raps verkaufen, weil die Läger nahezu leergeräumt sind. Zudem stiegen laut Destatis die landwirtschaftlichen Verkaufspreise für Obst gegenüber April 2020 um 23,6 % an, wobei Tafeläpfel um 12,4 % und Erdbeeren um 36,3 % zulegten. Zu den Verlierern gehörten hingegen die Kartoffelbauern, die für ihre Ware 54,5 % weniger Geld als vor Jahresfrist erhielten. Mitverantwortlich dafür war laut Destatis eine umfangreiche Ernte, die coronabedingt auf eine fehlende Nachfrage aus der Gastronomie und Großküchen traf.

Die Erzeugerpreise für tierische Erzeugnisse lagen im Berichtsmonat weiter unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum April 2020 war ein Minus 3,0 % zu verzeichnen; im März waren es 7,7 % gewesen. Einen großen Anteil daran hatte der um 18,8 % niedrigere Schlachtschweinepreis. Die Schlachtrinderpreise sind dagegen um 13,8 % gestiegen, diejenigen für Schafe und Ziegen sogar um 25,0 %. Die Milcherzeugerpreise lagen laut Destatis im April um 4,1 % über dem Vorjahresniveau, bei Eiern um 5,9 % darunter. AgE


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